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Mega Messe sendet positive Signale für 2026 aus
Aussteller sowie Maler, Bodenleger und Raumausstatter zeigten sich auf der Mega Messe 2025 verhalten optimistisch. Der Großhändler berichtete anschließend von einem Rekordumsatz von 28 Mio. EUR. Mit eigener Bank will er dem Handwerk verstärkt bei der Finanzierung helfen.Dieses Jahr klappt’s entgegen den bisherigen Erwartungen wohl doch noch nicht, aber 2026 wird die Branche endlich wieder leicht zulegen. Mit dieser Einschätzung senden der handwerkseigene Großhändler Mega und seine mehr als 100 ausstellenden Industriepartner von der Mega Messe in Hamburg positive Signale aus.
Die Stimmung bei der zweitägigen Leistungsschau, zu der mehr als 6.300 Besucher aus dem Maler-, Bodenleger- und Stuckateurhandwerk kamen, fiel entsprechend verhalten optimistisch aus. Erzielt wurde ein Rekordumsatz von rund 28 Mio. EUR, teilte die Mega anschließend mit.
"Investitionen steigen"
"Institutionelle Investoren steigen langsam wieder ein, da die Priese korrigiert wurden und die Korrelation mit dem Zinsniveau wieder passt", begründete der Vorstandsvorsitzende der Mega, Volker König, die keimende Zuversicht. Zudem seien die Löhne gestiegen, Maßnahmen zum Bürokratieabbau eingeleitet und es bestehe mehr Klarheit über Fördermaßnahmen sowie Reglementierungen. Das rege institutionelle und private Auftraggeber gleichermaßen zum Investieren an.
Noch im vergangenen Jahr sah sich die Branche mit starken Rückgängen konfrontiert. "Es fehlten werthaltige Segmente wie Fassade, Wärmedämmung, Parkett und hochwertige Bodenbeläge", meinte König. Bei Wärmedämmung sei gar ein Minus bei der Menge im zweistelligen Bereich verzeichnet worden; bei Parkett seien die Einbußen noch deutlicher gewesen.
Doch mittlerweile habe sich der Markt stabilisiert und der Großhandel sei trotz der Herausforderungen gut aufgestellt. "Er hat sich nach der Pandemie besser geschlagen als andere Strukturen und bietet dem Handwerker ein umfassendes Sortiment", sagte König. Sowohl große als auch kleine Grossisten könnten sich insbesondere durch logistische Kooperationen behaupten. "Der Großhandel zeigt in schwierigen Phasen Widerstandsfähigkeit."
500 Mio. EUR als Umsatzziel
Laut König, lag der Marktrückgang im ersten Quartal 2025 zwischen 3 und 9 Prozent. Dieser werde sich im zweiten und dritten Quartal reduzieren. "Im Branchenvergleich liegt die Mega beim Umsatz leicht über dem Durchschnitt", erklärte der Vorstandsvorsitzende. Sein Umsatzziel für die Firmengruppe sind 500 Mio. EUR und damit das Vorjahresniveau.
Der handwerkseigene Großhändler will das Tätigkeitsfeld seiner Eigentümer in der gesamten Bandbreite von Boden über Wand und Decke bis Fassade abbilden. Man sei ein Innovationstreiber, insbesondere bei konservierungsmittelfreien Produktlinien und Fassadenfarben ohne Biozide und Algizide. Es platziere die Innovationen auf Basis seiner starken Marke auf dem Markt.
Die Neuheiten standen bei der Mega-Messe auch im Mittelpunkt der eigenen Ausstellungsfläche: Der Großhändler präsentierte sie auf 400 m der insgesamt rund 10.000 mAusstellungsfläche. Wie üblich legte die Mega den Schwerpunkt auf Praxis. "Ohne Praxisvorführungen geht nichts mehr", meinte König. Aber auch die Industriepartner setzten diese Erkenntnis erfolgreich um und freuten sich über das große Interesse des Publikums an den Produkten und Services.
Hilfe bei der Finanzierung
Die Zielgruppe der Mega ist ganz klar das Handwerk. Es erhält nicht nur passende Produkte und Dienstleistungen von seinem Großhändler, sondern über die MKB Mittelstandskreditbank auch attraktive Finanzierungsangebote. Das jährliche Kreditvolumen beträgt rund 50 Mio. EUR. "Die Kreditvergabe im Mittelstand durch die Banken ist schwieriger geworden", erläuterte König. "Die MKB Bank kennt die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe und konzentriert sich auf Kredit und Zahlungsverkehr", ergänzte Eike Schenk, Vorstand der Mega-Bank. Sie unterstütze zudem den Außendienst und helfe bei Finanzierungsfragen. Die MKB nutzt die IT-Plattform der Volks- und Raiffeisenbanken und ist Teil des Sicherungsverbands.
Weiter arbeitet die Mega daran, die Strukturen des nach wie vor in einer Konsolidierungsphase steckenden Großhandels für das Handwerk zu erhalten. Daher beteilige sie sich - wenn nötig - an Großhändlern und übernehme auch das eine oder andere Handelsunternehmen. Dabei lege sie Wert auf die Beibehaltung kultureller Aspekte und die Motivation der Beschäftigten, wurde betont.
König machte aber deutlich, dass die Zahl der Filialen weiter schrumpfen werde. "Hohe Niederlassungsdichte war früher ein Verdrängungsmoment, ist aber nicht mehr notwendig." Dennoch habe das Handwerk auch in Zukunft flächendeckend Anlaufstellen im Großhandel.
Um die Verfügbarkeit der Infrastruktur noch weiter zu erhöhen und gleichzeitig Personalkosten zu sparen, setzt die Mega auf hybride Möglichkeiten und automatisierte Angebote wie Self-Service-Kassen und kamerabasierte Systeme. Diese würden vor allem in urbanen Räumen eingeführt. Gleichwohl vertritt König die Auffassung, dass das persönliche Gespräch zwischen Händler und Handwerker Bestand haben werde.
Das zeigte sich auch auf der alle zwei Jahre stattfindenden Mega-Messe. Aussteller und Gäste tauschten sich rege aus und stellten damit die Weichen für die weitere erfolgreiche Zusammenarbeit. Den krönenden Abschluss der beiden Messetage bildete jeweils das Abendprogramm in der Hamburger Fischauktionshalle. Deren 2.000 Plätze waren an beiden Tage ausverkauft. Gaststar war der Sänger und Fernsehmoderator Giovanni Zarella.
Die nächste Mega Messe findet am 16. und 17. April 2027 statt - wieder in Hamburg.
| Cornelia Küsel
aus
BTH Heimtex 06/25
(Marketing)