Zipse GmbH & Co. KG

Achtung: Kork ist elastisch

Korkfußböden sind mittlerweile aufgrund der Digitaldruck-Technologie und den damit verbundenen Designmöglichkeiten natürliche und nachhaltige Alternativen zu Vinyl- und Rigid-Belägen. Ähnlich wie bei anderen Multilayer-Böden ist es auch bei Kork ratsam, einige einfache, aber grundlegende Regeln zu beachten, um ein einwandfreies Verlege-Ergebnis zu erzielen und viele Jahre Freude mit dem Bodenbelag zu haben. Im folgenden Beitrag gibt Michael John, Leiter der Anwendungstechnik beim Korkbelagshersteller Zipse, nützliche Tipps.

Bereits das Beratungsgespräch im Handel ist entscheidend: Kork ist auf natürliche Weise elastisch und daher ein angenehm leiser, fußwarmer sowie gelenkschonender Bodenbelag. Genau diese hervorragende Eigenschaft der Elastizität kann bei der Einrichtung zuhause allerdings zum optischen Problem werden. Bei vielen Möbelstücken sind die Möbelfüße mit runden und eher klein dimensionierten Kunststoffkappen ausgestattet, die unter dem Gewicht unschöne Druckstellen im Bodenbelag verursachen. Kunden sollten auf diesen Aspekt hingewiesen werden und passende Lösungen aufgezeigt bekommen - das zeichnet die Kompetenz des Fachhandels aus.

Darüber hinaus spielt die Beratung zur richtigen Reinigung und Pflege eine wichtige Rolle. Die Ziro-Anwendungstechnik erlebt es leider immer wieder, dass Kunden in dieser Angelegenheit allein gelassen werden. Aus Unwissenheit verwenden sie ein buntes, gut duftendes, jedoch völlig ungeeignetes Reinigungsmittel, das die Optik sowie die Langlebigkeit des Bodens negativ beeinflusst. Doch bei richtiger Handhabung sind Korkfußböden langlebiger, robuster und selbstverständlich deutlich nachhaltiger als die meisten künstlichen Bodenbeläge. "Ich selbst bin absoluter Kork-Fan und habe zuhause - mit drei mittelgroßen Hunden - seit Jahrzehnten Korkfußböden in nahezu allen Räumen", sagt der Leiter der Zipse-Anwendungstechnik, Michael John.

Immer den empfohlenen
Schlagklotz verwenden

Bei der Verlegung der Beläge werden die Anwendungstechniker ebenfalls von Seiten der Handwerker mit den unterschiedlichsten Aussagen konfrontiert. Die Lieblingsaussage von Michael John lautet: "Sie brauchen mir nichts erklären, ich habe bereits Tausende m2 verlegt." Und genau das ist oft ein Irrtum, denn ein Korkfußboden ist in der Verlegung nicht vergleichbar mit den meisten anderen Belägen. Wie bereits erwähnt: Kork ist elastisch. Anders als bei harten Fußböden, wie Laminat oder Rigid-Core-Belägen, ist es daher problematisch, wenn man bei der Verlegung an der oberen Kante zum Dekor hin mit einem falschen Schlagklotz arbeitet. Stattdessen sollten Verleger den vom jeweiligen Bodenbelagshersteller empfohlenen Schlagklotz verwenden. Bei Zipse ist dies ein glattkantiger PE-Klotz mit eingefräster Nut.
Zudem wird der zwingende Einsatz einer PE-Folie als Unterlage unterschätzt. Bei allen bekannten Multilayer-Korkfußöden ist auf der Rückseite ein hochwertiger Rollenkork als Trittschall aufgebracht. Dies ist zwar funktional, sinnvoll und vorteilhaft, macht den Belag aber auch extrem rutschhemmend. Der Einsatz einer PE-Folie erfüllt in diesem Zusammenhang nicht nur den Zweck, den Belag vor nachrückender Feuchtigkeit aus dem Untergrund zu schützen, sondern dient auch als Gleitschicht zwischen dem porösen Untergrund und der Korktrittschallunterlage.

Andernfalls könnte es passieren, dass sich der Kork mit dem Estrich verkrallt und so das natürliche Ausdehnen und Schrumpfen des Belags verhindert wird - was letztlich zu einem Aufschüsseln der Elemente führt. Angesichts der zunehmend offenen Grundrissgestaltung - mit fließenden Übergängen zwischen Küche, Wohn- und Essbereich - ist es ebenfalls notwendig, größere Einbaumöbel und Küchen vor der Verlegung des Bodenbelags zu installieren. Durch die fehlenden Dehnfugen können die einzelnen Dielen sonst nicht arbeiten und es kommt zu Fugenbildung. Wenn man diese Punkte in der Beratung anspricht und bei der Verlegung beachtet, kann man Jahrzehnte lang Freude an den nachhaltigen Naturfußböden haben.

Mein Tipp:
Seminarangebote nutzen

Ziro bietet regelmäßig Seminare für Verkäufer, Planer und Verleger an, um sie in der Handhabung der Beläge zu schulen. Neben dem Bodenbelagssortiment bietet das Unternehmen aus Kenzingen in Baden-Württemberg auch ein Zubehörprogramm an - vom passenden Schlagklotz für die Verlegung über hochwertige Trittschallunterlagen und Sockelleisten bis hin zu abgestimmten Reinigungs- und Pflegemitteln.
Achtung: Kork ist elastisch
Foto/Grafik: Zipse
Kantenquetschung eines Korkbelags durch den Einsatz eines ungeeigneten Schlagklotzes.
Achtung: Kork ist elastisch
Foto/Grafik: Zipse
Deutliches Schüsseln der einzelnen Elemente des Korkbelags aufgrund einer fehlenden PE-Folie.
Achtung: Kork ist elastisch
Foto/Grafik: Zipse
Eindrücke im Korkbelag durch zu dünn dimensionierte Stuhlbeine oder Möbel.
Achtung: Kork ist elastisch
Foto/Grafik: Zipse
Der Autor
Michael John, Leiter Anwendungstechnik

Zipse GmbH & Co. KG
Tullastraße 26
79341 Kenzingen
Tel.: 0 76 44 / 91 19-0
michael.john@zipse.de
www.zipse.de
www.ziro.de

Vita:
-1985: Lehre zum Schreiner

-1988 bis 1991: Als Schreiner und Bodenleger in der Schweiz tätig

-seit 1992: Mitarbeiter und seit 30 Jahren Leiter der Anwendungstechnik bei Zipse
aus FussbodenTechnik 05/25 (Wirtschaft)