Sicher, sauber und schnell abkleben
Mit dem richtigen Klebeband hinterlassen Malerarbeiten keine unschönen Spuren. Wir informieren, worauf es bei der Beratung zur Auswahl des Produkts ankommt, das zur jeweiligen Anwendung passt.Klebebänder müssen funktionieren. Der Preis eines Profi-Klebebands ist dabei weniger wichtig als allgemein angenommen wird. Mit Markenprodukten ist der Anwender aber auf der sicheren Seite, wenn die Grundregeln bei der Anwendung beachtet werden. Fakt ist, dass zu schützende Oberflächen zunehmend empfindlicher werden. Die Folge: Es muss mehr und besser abgedeckt werden. Deshalb ist es wichtig, effizient abzukleben, denn Zeit ist Geld.
Zeit sollte man sich in jedem Fall für die Auswahl des richtigen Klebebands nehmen. Denn "fast richtig" kann "richtig teuer" werden. Nachträgliche Korrekturen, Nacharbeiten und Reinigung kosten oft viel Zeit und Geld und sollten daher vermieden werden.
Die optimale Lösung wäre ein Klebeband mit starker Klebkraft, auf allen Oberflächen leicht und rückstandsfrei entfernbar, resistent gegen sämtliche chemischen, mechanischen und sonstige äußeren Einflüsse - und das alles zu einem niedrigen Preis. Nur leider gibt es gerade "das" Klebeband nicht. Aufgrund der unterschiedlichen Objektbedingungen, Oberflächen und Einflussfaktoren wird der Einsatz von verschiedenen spezialisierten Klebebändern notwendig. Da kann man schnell den Überblick verlieren und dann ist der Preis oftmals das Auswahlkriterium Nr. 1. Billige Abdeckbänder sparen zwar am Preis, aber leider auch gravierend an der Qualität.
Grundsätzlich gilt: Die Haftfestigkeit der abzuklebenden Oberfläche zum Untergrund muss höher sein als die Klebkraft des Klebebands, damit keine Abrissschäden entstehen. Dauert die Verklebung zu lang, kann dies zu Kleberrückständen führen. Daher sollte man immer die maximale Einsatzdauer auf dem zu verklebenden Untergrund sowie die maximale Temperaturbeständigkeit des Klebebands kennen. Um Schäden und mangelhafte Beschichtungsergebnisse zu vermeiden, helfen die folgenden Empfehlungen.
Unterschiedliche Untergründe
Jeder Untergrund hat seine Eigenarten. Das muss beim Abkleben berücksichtigt werden.
-Kunststoffe: Speziell bei älteren "verwitterten" Kunststoffuntergründen können schnell Verfärbungen durch Weichmacherwanderung zwischen Klebeband und Kunststoff entstehen. Um dieses zu vermeiden, sollten in jedem Fall weichmacherfreie Klebebänder eingesetzt werden.
-Putz, Klinker und Beton: Auf tragfähigen strukturierten oder rauen Oberflächen können Klebebänder mit hoher Klebkraft verwendet werden. Beim großflächigen Abdecken ist der Einsatz von Kombiprodukten aus Klebeband und Abdeckfolie zu empfehlen. Solche Kombiprodukte bringen erhebliche Effzienzvorteile im Vergleich zur separaten Verarbeitung der Komponenten.
-Metall: Bei unbeschichteten Metallen wie Zink, Titanzink und Kupfer kann es durch Schutzmaßnahmen zu Kondenswasserbildung und dadurch zur Korrosion kommen. Um dem vorzubeugen, sollte man hier nur sehr kurzfristig abkleben. Sowohl bei unbeschichteten als auch bei beschichteten Metallen, zum Beispiel bei Pulverbeschichtungen, ist besonders im Sommer auf die Oberflächentemperatur des Untergrunds zu achten. Eine Außentemperatur von 30 °C kann auf einer Metalloberfläche locker über 80 °C bedeuten. Hier empfiehlt sich ein Klebeband mit entsprechend hoher Temperaturbeständigkeit.
-Naturstein: Obwohl es für nahezu jeden Untergrund das passende Klebeband gibt, gilt bei Naturstein immer noch besondere Vorsicht. Hier sollte am besten auf nicht klebende Lösungen gesetzt werden bzw. auf solche, die durch statische Aufladung haften und somit nicht zu Verfärbungen führen.
Perfekte Farb- und Materialkanten
Allgemein gute Ergebnisse erzielen Klebebänder mit original japanischem Washi-Papier als Träger. Aufgrund der geringen Materialdicke schmiegen sie sich optimal an den Untergrund an, wenn er glatt bis leicht strukturiert ist. Dadurch, dass sie sehr dünn und trotzdem sehr reißfest sind, ergeben sie extrem scharfe Farbkanten auf glatten und leicht rauen Untergründen. Wichtig ist, dass die Einsatzdauer im Innen- und Außenbereich ausreichend lang ist für die geplanten Ausführungszeit der Arbeiten.
Putz- und Stuckarbeiten
Besonders bei Putz- und Stuckarbeiten sowie beim Auftragen mehrerer Farbschichten sollte ein extra reißfestes Klebeband gewählt werden, das zudem den Witterungen im Außenbereich lange Stand halten muss. Randscharfe Abgrenzungen erfordern oft zusätzliche Maßnahmen. Empfehlenswert sind hier faserverstärkte Bänder mit hoher Klebkraft und UV-Beständigkeit.
Doppelverklebung
Bei einer doppelten Verklebung wird zum Beispiel ein stärker klebendes auf ein schwächer klebendes Band aufgebracht. Das ist empfehlenswert, wenn mechanische Belastungen während der Arbeit zu erwarten sind, das Klebeband für den zu schützenden Untergrund aber nicht geeignet ist. Kombi-Produkte vereinen Washi- und Gewebebänder, kombiniert mit umweltfreundlicher PE-Folie. So ist sowohl langfristiges Abdecken durch das Washi-Band als auch das Arbeiten an der Fassade durch das Gewebeband möglich - ganz ohne Doppelverklebung.
Flächiges Maskieren
An einer Fassade sind immer mehrere Fenster und Türen abzukleben. Meist ist dieses mit einem sehr aufwendigen Vorgehen verbunden, denn die Fensterrahmen sollten mit dem richtigen Klebeband abgeklebt und die Scheiben mit Folie maskiert werden. Dabei muss auch an das Schützen der Fensterbänke und Rollladenkästen gedacht werden. Hier sind Zeit sparende Kombinationsprodukte aus Klebeband und Folie empfehlenswert.
Leicht raue und
raue Untergründe schützen
Bei strukturierten Oberflächen können sich die Ränder des Klebebands trotz festen Andrückens wieder auftstellen. Ein Unterlaufen durch den nachfolgenden Beschichtungsstoff ist dann möglich, aufwendige Nach- und Ausbesserungsarbeiten sind die Folge. Bei modernen Klebebändern ist an den Randkanten ein spezielles Polymer appliziert, das durch die Feuchtigkeit des Beschichtungsstoffs aktiviert wird. In den Randzonen dichtet es das Klebeband zum Untergrund ab, so dass nichts mehr unterlaufen kann. Das bedeutet deutlich weniger Nacharbeit.
Empfindliche Untergründe schützen
Öfter müssen empfindliche Untergründe wie Tapeten oder Spachteltechniken lediglich vor Verschmutzungen geschützt werden. Hier sollte nur ein leicht haftendes Klebeband zum Einsatz kommen, um ein problemloses Ablösen zu gewährleisten.
Spezielle Anwendungen
Sind auf Silikon oder anderen schmutzabweisenden und schwer zu beklebenden Untergründen sichere Farb- und Lackkanten gefordert, gibt es auch für solche Untergründe Klebebandlösungen. Neu am Markt sind 2-in-1-Produkte. Einmal aufgebracht können sie zweimal verwendet werden, zum Beispiel bei zwei Arbeitsgängen mit Putz und Farbe.
| Matthias HeiligTipps für die Klebeband-Auswahl
Je nach Untergrundbeschaffenheit und Einsatzzweck unterscheiden sich die Anforderungen an die auszuwählenden Klebebänder. Die Beantwortung dieser Fragen erleichtern die Auswahl:
-Art und Oberflächenbeschaffenheit des Untergrunds: Ist die zu schützende Fläche glatt (Kunststoff, Metall, Glas oder Holz), empfindlich (Tapeten oder Feinputz) oder uneben bzw. porös (Klinker, Beton oder Putz)? Ist eine vorherige Beschichtung bereits ausreichend durchgetrocknet für eine weitere Bearbeitung? Nicht vergessen: Neben der Art der zu beklebenden Fläche ist auch ihr Zustand von Bedeutung.
-Anstrich-/Lackmaterialien: Welche Beschichtungsstoffe werden verwendet?
-Anspruch an die Präzision der Farbkante: Wird einfaches Abdecken bei einer Wandbeschichtung oder trennscharfes Lackieren mit verschiedenen Farbtönen gefordert?
-Trocknungsbedingungen: Werden die Abdeckarbeiten innen oder außen durchgeführt? Welche Witterungseinflüsse wie zum Beispiel UV-Strahlen, Nässe und Feuchtigkeit sind zu erwarten? Wie hoch ist die Temperatur?
-Einsatzdauer und Verweilzeit: Wie lange muss die Verklebung halten?
-Objektgröße: Wie viel Klebeband wird benötigt?
-Robustheit: Wie stark ist die mechanische Belastung für die Klebebänder? Werden übliche Anstricharbeiten durchgeführt oder Spachtel- und Putzarbeiten?
aus
BTH Heimtex 12/25
(Farben, Lacke)