Branchenumfrage Sonnenschutz 2025/2026: Zwischen Konsolidierung und Aufbruch

2025 war für die Sonnenschutzbranche ein Jahr des Übergangs, geprägt von Zurückhaltung, aber auch ersten Zeichen der Stabilisierung. Unsere Umfrage und die aktuellen Zahlen des ViS zeichnen ein Bild zwischen verhaltenem Optimismus und nüchterner Realität.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben schwierig. Die deutsche Konjunktur stagniert, der Mittelstand kämpft mit hohen Kosten, Fachkräftemangel und wachsender Bürokratie. Die Bundesregierung hat zwar Entlastungen angekündigt, doch zentrale Reformen lassen auf sich warten. Global belasten geopolitische Spannungen und ein schwacher Welthandel die exportorientierten Anbieter zusätzlich. Handelskonflikte, hohe Energiepreise und eine schwache Baukonjunktur dämpfen die Erwartungen.

Entsprechend zurückhaltend ist derzeit die Sonnenschutzbranche. In einer Umfrage des Verbands innenliegender Sicht- und Sonnenschutz (ViS) wollten nur noch 46 % der Unternehmen Investitionen wie geplant umsetzen, während mehr als die Hälfte Projekte verschiebt oder prüft.

Doch wo die Konjunktur stagniert, entstehen neue Ideen. Die Branche lamentiert nicht, sie arbeitet. Und zeichnet sich durch Pragmatismus, technische Innovationskraft und die Fähigkeit aus, aus Trends neue Geschäftsfelder zu kreieren. Und so zeigt sich auch im Branchenspiegel ein vorsichtiger Stimmungsumschwung. Laut ViS beurteilten knapp 60 % der Firmen ihre Umsatzperspektiven für das zweite Halbjahr 2025 als "eher gut" oder "gut". Das ist eine Trendwende im Vergleich zum Vorjahr, in dem die Mehrheit noch mit Rückgängen rechnete. Getragen wird diese Entwicklung vor allem vom Renovierungs- und Sanierungsmarkt, der zunehmend vom Thema Energieeffizienz profitiert.

Gleichzeitig bleibt man realistisch. Für 2026 erwarten viele Anbieter eine stabile Nachfrage und einen vorsichtig positiven Verlauf - auch wenn die echten Wachstumsimpulse wohl erst 2027 einsetzen werden. Entscheidend für alle sind stabile Lieferketten, verlässliche Rahmenbedingungen und die Fähigkeit, Innovationen schnell umzusetzen. Besonders Smart-Home-Lösungen in Kombination mit energieeffizienten Beschattungs-Systemen gelten als wichtigste Wachstumstreiber der kommenden Jahre.

Inhaltlich ist der Kurs klar: Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit bestimmen die strategischen Agenden. KI hält Einzug in Produktion und Vertrieb, energieeffiziente Systeme werden Teil eines intelligenten Gebäudemanagements und die Anforderungen an Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit steigen. Parallel verändert sich das Designverständnis, prägen natürliche Materialien, warme Erdtöne und textile Strukturen die Kollektionen 2026. Damit steht die Branche an der Schwelle zu einer neuen Etappe: Der Markt konsolidiert sich, die Unternehmen investieren gezielt in Innovation und Effizienz und bereiten sich auf den nächsten Aufschwung vor.

Wie die führenden Köpfe der Sonnenschutzanbieter auf das Jahr 2026 blicken, welche Trends sie erwarten und wo sie Chancen oder Risiken sehen, zeigen die nachfolgenden Stimmen aus der Branche.
| Michaela Fischer


"Viele Verbraucher setzen auf harmonische Kombinationen"
Axel Schindler, Vertriebsleiter D/A/CH Anwis
"Die Marktentwicklung im Jahr 2026 wird weiterhin eng mit der allgemeinen wirtschaftlichen Lage verknüpft sein und sich sowohl national als auch international zunächst verhalten entwickeln. Besonders in der ersten Jahreshälfte rechnen wir noch mit einer gewissen Zurückhaltung, während sich in der zweiten Hälfte eine leichte Belebung abzeichnet. Gründe dafür sind steigende Baugenehmigungszahlen sowie zunehmende Aktivitäten im Renovierungs- und Sanierungsmarkt. Trotz der insgesamt verhaltenen Dynamik sind wir zuversichtlich, dass Konsumenten wieder verstärkt in hochwertige und wohnliche Sonnenschutzprodukte investieren werden - insbesondere in solche, die Komfort und Energieeffizienz vereinen.

Automatisierung und die Integration in Smart-Home-Systeme haben sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt - dieser Trend wird sich fortsetzen. Gerade im Bereich des innenliegenden Sonnen- und Sichtschutzes sehen wir hier großes Wachstumspotenzial. Darüber hinaus gewinnt die Diskussion um Energieeffizienz weiter an Bedeutung. Effektive Sonnenschutzsysteme - insbesondere an der Fassade - leisten einen entscheidenden Beitrag zum sommerlichen Wärmeschutz und zur Nutzung des natürlichen Energieeintrags im Winter. Kombiniert mit innenliegendem Sonnenschutz kann so ein Optimum an Wohnkomfort und Energieeffizienz realisiert werden. Diese Themen werden die Branche auch 2026 maßgeblich prägen.

Im Segment der innenliegenden Produkte bleibt das Plissee weiterhin besonders gefragt, vor allem in Form von Wabenplissees, die durch ihre energetischen Vorteile überzeugen. Auch klassische Lösungen wie Rollos werden zunehmend motorisiert und smart steuerbar eingesetzt, insbesondere im Objektbereich. Ein weiterer Trend zeigt sich bei den Materialien: Nachhaltige und recycelbare Stoffe gewinnen kontinuierlich an Bedeutung. Farblich setzen viele Verbraucher auf harmonische Kombinationen - etwa anthrazitfarbene Technikkomponenten in Kombination mit hellen, zeitlosen Stofffarben in unterschiedlichen Transparenzgraden. Nach unserer erfolgreichen Plissee-Kollektion steht 2026 die Einführung unserer neuen Rollo-Kollektion an, mit der wir diese Entwicklungen gezielt aufgreifen und weiterführen werden."



"Wir erwarten ab der Jahresmitte 2026 Impulse für den Markt"
Sven Heidemann, Geschäftsführer Gardinia
"Die Marktentwicklung 2026 sehen wir vorsichtig optimistisch mit Rückenwind im zweiten Halbjahr; das erste Halbjahr dürfte nach wie vor von Zurückhaltung geprägt sein. Ab der Jahresmitte erwarten wir jedoch Impulse aus einem freundlicheren Konsumklima - nicht zuletzt, falls sich geopolitische Spannungen wie der Krieg in der Ukraine entschärfen. Zugleich könnte eine Aufhellung der Baukonjunktur den Investitionsstau im Wohn- und Objektbereich lösen.

Bei vielen Schlagworten der letzten Jahre, von Digitalisierung über Automatisierung bis Nachhaltigkeit, beobachten wir ein Missverhältnis zwischen Anspruch und realer Marktwirkung. Die Technologien sind reif, die Investitionsbereitschaft der Kunden jedoch oft nicht. Deshalb erwarten wir 2026 keine großen Sprünge in unserem Segment.

Im Wohnbereich zeigt sich ein deutlicher Trend zu harmonischen, wohnlichen Farbstimmungen. Warme Naturtöne - Sand, Ocker, Lehm, Salbei oder ein weiches Grau-Blau - treten an die Stelle kühler Weiß- und Graupaletten. Sie schaffen eine Atmosphäre, die Ruhe und Beständigkeit vermittelt und damit gut in eine Zeit passt, in der das Zuhause als Rückzugsort an Bedeutung gewinnt."


"Kundenspezifische Anfertigungen sind zunehmend gefragt"
Antonio Mazziotti, Vertriebsleiter Büsche
"Aktuell sehen wir in Deutschland einen Rückgang im Bereich Fensterdekoration, was natürlich auch uns als Hersteller hochwertiger Vorhanggarnituren betrifft. Eine Ausnahme ist der Bereich motorisierbarer Systeme und für das kommende Jahr wird sich dieser Trend sicherlich weiter fortsetzen, genauso wie die Nachfrage nach hochwertigen und langlebigen Produkten, die hier vor Ort in Neuenrade hergestellt werden. Kundenspezifische Anfertigungen sind zunehmend gefragt, weshalb 2026 Individualisierung und Sonderlösungen Wachstumstreiber sein können. Trotz der steigenden Nachfrage nach OEM-Lösungen werden der Fachhandel und die hochwertige Ausstattung weiterhin der wichtigste Absatzkanal bleiben. Im Ausland herrscht eine höhere Dynamik und ein Wachstum im Preissegment rund um ,Made in Germany’. Das ist nach wie vor ein internationales Qualitätsversprechen, für das wir als Marke Büsche besonders einstehen. In europäischen Nachbarländern ist zu beobachten, dass die Dekoration mit Stoffen wieder zunimmt und der Trend hin zu Einrichtungen mit maximalem Wohlfühlfaktor geht. Das wird sich hoffentlich auch in Deutschland kurzfristig bemerkbar machen. Insgesamt sehen wir den Markt 2026 sich eher seitwärts bis leicht positiv bewegen, wobei Faktoren wie die Baukonjunktur, das Zinsniveau, die Kosten für Material, Logistik und Personal Risiken darstellen. Für unsere Geschäfte mit Ländern außerhalb der EU kommen noch Zoll-Herausforderungen hinzu.

Was die Produktion betrifft, setzen wir auf die Weiterentwicklung eigener Fertigungsprozesse, um noch präziser und effizienter zu arbeiten, wodurch auch Kleinserien und Sonderlösungen durch mehr Flexibilität wirtschaftlicher werden. In Zukunft kommt in der Serien- und OEM-Produktion verstärkt Robotik zum Einsatz, um den Fachkräftemangel, der uns vor allem in der Oberflächenbearbeitung besonders beschäftigt, abzufedern. Grundsätzlich werden Smart-Home-Standards ihren Weg erfolgreich fortsetzen und gewinnen nun zunehmend in allen Bereichen an Relevanz. Wir verzeichnen außerdem eine steigende Nachfrage nach recyclebaren Materialien und einer ressourcenschonenden Produktion, genauso wie nach langlebigen und bei Bedarf reparablen Produkten. Parallel spielen B2B-Portale und Konfiguratoren eine immer wichtigere Rolle und bieten Potenzial, einen entscheidenden Unterschied zu machen.

Die Digitalisierung begleitet nicht nur uns als Unternehmen, auch unsere Kunden begegnen der zunehmenden Digitalisierung im Alltag. Auch für Produkte wird erwartet, dass diese zunehmend digital und einfach in die Wohnlandschaft integriert werden können, weshalb das Design in den Vordergrund tritt, und die Technik raffiniert im Hintergrund arbeitet. Puristische und reduzierte Formen in Kombination mit dezenten Oberflächen und hochwertigen Materialien fließen in Raumklima-Konzepte ein, die ganzheitlich gedacht werden und in denen der innenliegende Sonnenschutz einen entscheidenden Part übernimmt. Smarte Lösungen und Nachhaltigkeit zu erschwinglichen Preisen werden der Schlüssel für 2026 sein. Als Mittelständler mit flexibler Produktion, hoher Qualität, technischer Expertise und kurzen Lieferzeiten sehen wir uns klar im Vorteil und freuen uns auf das neue Jahr."


"Impulse für Bauen und Renovieren sind jetzt wichtig"
Friedrich W. Petrat, Geschäftsführer Hunter Douglas
"Große Wachstumspotentiale bleiben aus, weil national und international die Krisen weltweit den wirtschaftlichen Aufschwung negativ beeinflussen. In Deutschland fehlen Wachstumsimpulse, die die Politik liefern muss. Wenn sie jetzt sofort umgesetzt werden, ist ein Wachstum in unserer Branche erst 2027 zu erwarten - wir sind immer die Letzten, die Marktbelebung spüren. Die R+T Messe könnte für unsere Branche ein Impulsgeber sein.

Neben Design und Textilprodukten mit besonderen Eigenschaften wie Nachhaltigkeit und Energieeinsparung werden technische Neuentwicklungen und Smart Home die Produktgruppen beeinflussen. Automatisierung und Digitalisierung gehören zusammen und das Wort Nachhaltigkeit wird auch für uns eine Verpflichtung für die nächsten Jahre sein.

Wir glauben nicht, dass bestimmte technische Raffinessen oder Designtrends mit Farben und Materialien einen Verkaufsschub im neuen Jahr auslösen. Impulse für das Bauen und Renovieren sind jetzt wichtig und für alle anderen Produktvorteile steht die Industrie in den Startlöchern."


"Nachhaltige Designlösungen gewinnen an Bedeutung"
Imke Röwer, Geschäftsführerin Büscher
"Die Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren für Deutschland und EU-weit einen Aufschwung für 2026 zwischen 1,1 und 1,4 %. Der Bausektor befindet sich immer noch in der Krise und der private Konsum ist verhalten. Eine Kehrtwende ist unserer Ansicht nach von unterschiedlichsten Faktoren abhängig, die auch aus dem globalen Geschehen resultieren. Unsicherheiten durch US-Zölle und -Handelspolitik, Kriegsgeschehen in der Ukraine, Entwicklung der Binnenmärkte und - insbesondere in Deutschland - die Auswirkungen des Fiskalpakets der Bundesregierung wie auch die Umsetzung notwendiger Reformen und nicht zuletzt die Entwicklung im deutschen Wohnungsbau. Daraus ergeben sich Chancen und Risiken, die schwerlich einzuschätzen sind. Wachstumsimpulse ergeben sich sicherlich aus den neuen EU-Vorschriften, die den Einbau von energieeffizienten und umweltfreundlichen Sonnenschutzsystemen fördern. Energieeffizienz in Gebäuden ist aufgrund steigender Energiepreise weiterhin ein Punkt, der die Investition in Sicht- und Sonnenschutzsysteme attraktiv gestaltet und für Komfort sorgt. Insgesamt gehen wir in 2026 von einer leichten Verbesserung der Absatzchancen aus.

KI-gestützte Systeme werden sowohl in der Digitalisierung als auch in der Automatisierung zunehmend mehr Einfluss gewinnen. Produktionsprozesse werden effizienter gestaltet, digitale Produktberatungen bieten Unterstützung und Mehrwerte bei Auswahl und Planung der Sonnenschutzsysteme, die immer mehr auch Teil der Smart-Home-Welten werden. Insbesondere der Klimawandel fördert die steigende Bedeutung der Nachhaltigkeit in allen Geschäftsbereichen und beeinflusst als ein zentrales Thema die Entwicklungen in unserem Markt. Sonnenschutzsysteme werden zunehmend aus recycelbaren oder nachhaltig produzierten Materialien hergestellt und tragen mit Energieeinsparpotentialen zur Verbesserung der CO2-Bilanz in Gebäuden bei. Die Einführung verpflichtender digitaler Produktpässe unterstreicht den Stellenwert von Nachhaltigkeit.

Wir glauben, dass technologische Innovationen und nachhaltige Designlösungen auch in der Sonnenschutzbranche weiterhin gefragt sind und an Bedeutung zunehmen werden. Die Verwendung von nachhaltigen Materialen und die Integration von SmartHome-Technologien werden die Produktentwicklung beeinflussen und die Bedürfnisse der Verbraucher in puncto Umweltbewusstsein und Technologie. Die bestehenden Farbtrends werden unserer Meinung nach auch in 2026 dominieren. Neutrale und natürliche Farben in Verbindung mit Pastellakzentfarben in erdigen, grünen und blauen Tönen sind gefragt."


"Sanierungs- und Renovierungsmarkt bietet Chancen"
Erik Theilig, geschäftsführender Gesellschafter Teba
"Für 2026 erwarten wir eine stabile Entwicklung in der Sonnenschutzbranche. Das Bauhauptgewerbe zeigt weiterhin wachsende Aufträge im Wohnbau, während der gewerbliche Bereich stabil bleibt. Besonders der Sanierungs- und Renovierungsmarkt bietet Chancen für energieeffiziente Sonnenschutzlösungen, auch international in Märkten wie Westeuropa und dem Nahen Osten. Risiken ergeben sich nach wie vor aus Preisschwankungen bei Rohstoffen und globalen Lieferketten.

Technologisch setzen wir auf Digitalisierung und Automatisierung: Unser digitaler Konfigurator erleichtert Handelspartnern die Planung. In der Fertigung sorgen automatisierte Prozesse für Qualität und schnelle Lieferfähigkeit. Nachhaltigkeit bleibt ein Kernfokus: Wir verwenden recyclingfähige Materialien und entwickeln langlebige Produkte, die Energie sparen und den Wohnkomfort erhöhen. Dennoch sind Smart-Home-kompatible Systeme zunehmend gefragt.

Die Designtrends 2026 zeigen natürliche Materialien, warme Farbwelten und filigrane Strukturen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach modularen, intelligent steuerbaren Lösungen, die Funktion und Architektur verbinden. Teba nutzt seine hohe Fertigungsbreite und enge Fachhandelspartnerschaften, um diese Erwartungen effizient zu erfüllen."


"Die größten Chancen liegen in der Automatisierung der Produkte"
Catharina Idema, Creative Director Coulisse
"Im Jahr 2026 erwarten wir ein starkes globales Wachstum, das durch Motorisierung und den Aufstieg von Smart Homes und Smart Buildings angetrieben wird. Die Integration von Sonnenschutz in vernetztes Wohnen definiert Komfort, Design und Energieeffizienz neu. Coulisse ist mit Motionblinds hervorragend positioniert, um diese Entwicklung voranzutreiben. Die größten Chancen liegen in Automatisierung und designorientierter Einfachheit, während die Herausforderung darin besteht, mit der rasanten technologischen Entwicklung Schritt zu halten.

KI, Digitalisierung und Automatisierung verändern derzeit jeden Bereich unseres Unternehmens - von der Produktentwicklung und Lieferkette bis hin zur Kundeninteraktion. Seit der Einstellung unseres ersten AI Engineers im Juli 2023 ist unser KI- und Data-Science-Team gewachsen und treibt Innovationen in den Bereichen Prognosen, Logistik und Kundensupport voran. Bis 2026 wird KI eine noch größere Rolle spielen, Abläufe intelligenter machen, Produkte intuitiver gestalten und den Menschen ermöglichen, sich stärker auf Kreativität und Design zu konzentrieren.

Der Markt für Smart Homes und Smart Buildings wird sich rasant weiterentwickeln, da energieeffizienter Sonnenschutz zu einem zentralen Bestandteil modernen Wohnens wird. Wir beobachten eine starke Nachfrage nach motorisierten Lösungen, die Design, Komfort und Leistung miteinander verbinden. Aufbauend auf Coulisse Absolute Silence - unserem Konzept für besonders leise Motorisierung - verfeinern wir kontinuierlich das Erlebnis von sanfter, geräuschloser Bewegung. Dabei setzen wir auf Wohlbefinden durch leise Motoren, einfache Bedienung sowie weiche, abgerundete Formen und Texturen, die Ruhe in die heutige, oft hektische Welt bringen. Im Jahr 2026 wird intelligenter Sonnenschutz ein Schlüsselelement vernetzter, energieeffizienter Gebäude und Wohnräume sein."



"Produkte mit langer Lebensdauer setzen sich durch"
Lena Busold, Marketingleiterin Durach
"Im Objektbereich erwarten wir auch weiterhin eine stabile Nachfrage, vor allem bei technischen Behängen, die aktuelle Normen und Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen. Im privaten Bereich bleibt die Lage hingegen angespannt, wenngleich wir vorsichtig optimistisch auf eine Erholung blicken. Wir sehen Chancen bei energieeffizienten und smarten Lösungen, Risiken hingegen in der schwachen Baukonjunktur, steigenden Kosten und im Fachkräftemangel.

Das Thema Gebäudeautomation wird insbesondere im Objektbereich eine noch zentralere Rolle spielen - nicht nur aus Gründen der Energieeffizienz, sondern auch im Hinblick auf Komfort, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Gleichzeitig gewinnt die Digitalisierung in allen Unternehmensbereichen weiter an Bedeutung. Auch Automatisierung und intelligente Steuerungssysteme werden den Markt nachhaltig verändern. Hinzu kommen KI-gestützte Anwendungen, die Prozesse effizienter machen oder eine vorausschauende Wartung ermöglichen. Wir begegnen diesen Entwicklungen offen und konstruktiv mit dem Ziel, sie gezielt in unsere Produkte und Abläufe zu integrieren.

Bewährte Klassiker werden auch weiterhin gefragt sein, denn sie stehen für Verlässlichkeit in Gestaltung und Funktion. Gleichzeitig rücken nachhaltige, langlebige Materialien und eine hohe Designqualität zunehmend in den Fokus. Produkte mit langer Lebensdauer setzen sich durch, während automatisierte Systeme mehr Komfort und Effizienz ermöglichen. Dabei bleibt reduziertes, zeitloses Design weiterhin zentral, ergänzt durch funktionale Mehrwerte."


"Stabile Lieferketten sind entscheidend für nachhaltigen Erfolg"
Kerstin Petzold, Geschäftsführerin Erfal
"Wir gehen davon aus, dass die Verbrauchernachfrage 2026 auf einem stabilen Niveau verbleibt. Mit Blick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung erwarten wir zum Jahr 2027 wieder positive Impulse und sehen darin eine gute Basis für eine nachhaltige Markterholung. Gerade im textilen Sektor sind stabile Lieferketten derzeit entscheidend für nachhaltigen Erfolg und bilden das Fundament, auf dem die Branche gestärkt in die Zukunft gehen kann. Wachstumsimpulse ergeben sich vor allem durch Smart-Home-Lösungen in Verbindung mit der hohen Energieeffizienz hochwertiger Beschattungssysteme.

Im Jahr 2026 werden vor allem die Automatisierung in Produktion und Vertrieb, die Optimierung von Geschäftsabläufen sowie der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz die Branche spürbar prägen. Energieeffiziente Produkte werden zunehmend Teil intelligenter Gebäudemanagementsysteme und lassen sich nahtlos in gängige Smart-Home-Plattformen im Wohn- und Objektbereich integrieren. Gleichzeitig gewinnen Langlebigkeit und Reparaturfreundlichkeit von Sonnenschutzlösungen weiter an Bedeutung. Diese Faktoren stärken sowohl Nachhaltigkeit als auch Kundenzufriedenheit.

Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft spielen eine zentrale Rolle, etwa durch recycelte, langlebige Textilien und modulare, reparaturfreundliche Lösungen. Farblich dominieren natürliche Erdtöne wie Sand, Salbeigrün oder Terrakotta, ergänzt durch textilartige Strukturen in Leinen- oder Juteoptik. Smart-Home-Lösungen setzen zunehmend auf automatische, kontextbasierte Steuerungen und plattformübergreifende Standards wie Matter, steuerbar zum Beispiel über Apple Home oder Google Home. Architekten bevorzugen modulare, ästhetische Produkte mit hohem Recyclinganteil und nutzen BIM-Lösungen für die digitale Planung."



"Starker Fokus auf KI"
Christian Fahl, Geschäftsführer Ifasol
"Für 2026 sehe ich die Marktentwicklung weiterhin schwierig. Zwar gibt es leichte Impulse aus der Politik, die sich möglicherweise positiv auf die allgemeine wirtschaftliche Lage in Deutschland auswirken. Aber die vielen internationalen Krisen werden darüber hinaus vermutlich nicht enden. Wir bereiten uns auf ein weiteres Jahr mit eher schwacher Nachfrage vor. Im inneren Sonnenschutz bleibt das Wabenplissee der positive Vorreiter, im äußeren sind es Screens; diese Produkte geben Hoffnung. Das größte Risiko sehe ich in der Dauer der Krise. Niemand weiß, wie lange sie noch dauert. Die Unternehmen befinden sich im Zwiespalt zwischen Personalabbau und Kostenreduktion auf der einen Seite und der Vorbereitung auf einen möglichen Nachfrageschub, den man mit einem Personalabbau nur sehr schwer bedienen könnte.

2026 wird noch stärker einen Fokus auf KI setzen, die ein Turbo für Digitalisierung und Effizienzsteigerung ist. Wie viel Arbeit damit in Verwaltungsprozessen automatisiert werden kann, ist jetzt schon Wahnsinn. Aber ich denke, die wirklich produktiven Anwendungen starten erst so richtig und entfalten dann in den nächsten Jahren ihr volles Potenzial.

Wir sehen einen Trend im Bereich Wabenplissee und Screens; das ist nicht neu, wird aber sicherlich noch zunehmen. Auf der Materialseite sehen wir immer mehr Nutzung von recycelten Stoffen, Kreislaufwirtschaft wird kommen und so langsam aber sicher stellt sich die Branche darauf ein. Farblich gibt es zwei Seiten: Die Standards werden immer farbloser und langweiliger, dafür steigt der Grad der Individualisierung, z.B. verstärkt durch Digitaldruck."


"Energieeffizienz und Komfort werden die wichtigsten Themen"
Frank Tovornik, Geschäftsführer Luxan
"Luxan ist in erster Linie in der D/A/CH-Region aktiv. Wir spüren in diesem Jahr eine rückläufige Nachfrage über alle westeuropäischen Länder und alle Vertriebsformen hinweg. Für 2026 erwarten wir eine erste Trendwende, da sich speziell die Bautätigkeiten / Baugenehmigungen wieder erhöhen. Jede neu bezogene Wohneinheit bringt nachfolgende Umzüge mit sich. Jeder Neubezug/Umzug weckt Nachfrage im Rahmen des Neueinrichtungsbedarfes.

Energieeffizienz und Komfort werden die wichtigsten Themen. Alle Zeichen deuten auf weiter steigende Energiekosten hin, unsere Fachhändler und wir sollten dieses Thema weiter besetzen. Der moderne innenliegende Sonnenschutz kann einen wichtigen Beitrag zur Energieeffizienz leisten. Richtig angewendet, werden im Sommer die Kühllasten und im Winter der Heizwärmebedarf reduziert. Endkunden, welche in unsere individuell massgefertigten Sonnenschutzsysteme investieren, wollen auch ihren Wohnkomfort steigern. Das erreichen wir durch komfortable Bedienarten, angenehme Atmosphäre durch gutes Stoff- und Produktdesign, Verbesserung der Raumakustik.

Ein wichtiger Trend ist die verstärkte Einbindung unserer Produkte in Smart-Home-Lösungen. Die Bedientechnik und Motorisierung ist inzwischen gut entwickelt, Endverbraucher sind am Thema interessiert. Die Einbindung unserer Sonnenschutzsysteme unterstützt die Erfüllung von Komfort- und Energieeinsparungs-Zielen auf beste Weise. Als weiteren Trend sehen wir die Nachhaltigkeit. Wenngleich es bisher nicht gelang, den Endkunden von besonders nachhaltigen Stoffen (Recyclinggarne u.ä.) zu überzeugen, geht es doch weiter darum, das gesamte Produkt mit allen Bestandteilen kreislauffähiger zu machen. Dazu werden Recyclinglösungen genau so untersucht wie Abfallvermeidung im Produktionsprozess oder Reparaturfähigkeit der Produkte zur Erweiterung der Lebensdauer."


"Kunden achten vermehrt auf Servicequalität"
Andreas Kopetschny, Geschäftsführer MHZ
"Ich gehe davon aus, dass sich die Situation national wie international in 2026 ähnlich wie in 2025 darstellen wird, jedoch mit leichter Stabilisierung aufgrund von erstarkenden Sanierungs- und Modernisierungsinvestitionen. Chancen sehe ich daher in der energetischen Gebäudesanierung und Nachrüstung. Ich gehe zudem von einer weiter zunehmenden Nachfrage nach modernen Lösungen der Gebäudeautomatisierung aus. Ich denke aber, dass leider auch in naher Zukunft von keinem größeren Bauvolumen auszugehen ist, was ich als Dämpfer einer positiven Marktentwicklung betrachte. Ebenso können Risiken in Rohstoff- und Lieferketten sowie Zins- und Konjunkturschwankungen die Stabilität und das Wachstum des Marktes gefährden.

Langfristig wird unter anderem die Smart-Home-Technologie noch weiter in den Fokus rücken. Dazu zählt nicht nur mehr Wohnkomfort in der Steuerung der Produkte, sondern auch die Erwartung, dass sich Systeme verstärkt miteinander vernetzen. Auch ist davon auszugehen, dass Kunden nicht nur auf die handwerkliche Expertise, sondern vermehrt auf Servicequalität achten und danach entscheiden. Ein wichtiger Faktor ist zusätzlich das Thema Nachhaltigkeit. Hierbei gewinnen die Transparenz des ökologischen Fußabdrucks, energieeffiziente Prozesse und recyclingfähige Materialien immer mehr Einfluss auf Unternehmen, Produkte und Kollektionen.

Die klassischen Farben wie Weiß, Grau oder Taupe bleiben zeitlos beliebt. Ich kann mir aber vorstellen, dass natürlich Farbtöne langfristig noch beliebter werden. Auch Smart-Home-Lösungen verzeichnen nach wie vor eine steigende Nachfrage. Zudem steigt der Wunsch, dass sich außenliegende Lösungen immer besser in das Erscheinungsbild der Fassade einfügen. Ich gehe davon aus, dass diese Faktoren auch das Jahr 2026 prägen werden."
Branchenumfrage Sonnenschutz 2025/2026: Zwischen Konsolidierung und Aufbruch
Foto/Grafik: Anwis
"Viele Verbraucher setzen auf harmonische Kombinationen"

Axel Schindler, Vertriebsleiter D/A/CH Anwis
Branchenumfrage Sonnenschutz 2025/2026: Zwischen Konsolidierung und Aufbruch
Foto/Grafik: Gardinia
"Wir erwarten ab der Jahresmitte 2026 Impulse für den Markt"

Sven Heidemann, Geschäftsführer Gardinia
Branchenumfrage Sonnenschutz 2025/2026: Zwischen Konsolidierung und Aufbruch
Foto/Grafik: Büsche
"Kundenspezifische Anfertigungen sind zunehmend gefragt"

Antonio Mazziotti, Vertriebsleiter Büsche
Branchenumfrage Sonnenschutz 2025/2026: Zwischen Konsolidierung und Aufbruch
Foto/Grafik: Hunter Douglas
"Impulse für Bauen und Renovieren sind jetzt wichtig"

Friedrich W. Petrat, Geschäftsführer Hunter Douglas
Branchenumfrage Sonnenschutz 2025/2026: Zwischen Konsolidierung und Aufbruch
Foto/Grafik: Büscher
"Nachhaltige Designlösungen gewinnen an Bedeutung"

Imke Röwer, Geschäftsführerin Büscher
Branchenumfrage Sonnenschutz 2025/2026: Zwischen Konsolidierung und Aufbruch
Foto/Grafik: Teba
"Sanierungs- und Renovierungsmarkt bietet Chancen"

Erik Theilig, geschäftsführender Gesellschafter Teba
aus BTH Heimtex 12/25 (Deko, Gardinen, Sonnenschutz)