Wie lief 2025, was kommt 2026?

Die Bilanz unserer Leserschaft für das Jahr 2025 fällt insgesamt überraschend positiv aus. Aber hinter dem Erfolg in schwierigen Zeiten steckt eine Menge Arbeit. Dass die sich auch 2026 auszahlt, hoffen - trotz gedämpfter Erwartungen - alle.



"Qualität, Service und Authentizität machen den Unterschied"
Jan-Gerrit Viehl, Aspect Interior Design
"2025 war für uns ein durchwachsenes, aber insgesamt sehr erfolgreiches Jahr. Trotz zwischenzeitlich spürbarer Frequenzrückgänge im stationären Handel konnten wir unterm Strich ein solides Wachstum verzeichnen. Ein wesentlicher Schwerpunkt lag für uns auf dem Ausbau unseres lokalen Marketings - sowohl zur Stärkung unserer Präsenz in der Region, als auch zur engeren Kundenbindung im stationären Geschäft. Parallel dazu investieren wir gezielt in den digitalen Bereich: SEO, SEA und eine neue Webseite stehen hier im Mittelpunkt unserer aktuellen Entwicklungsarbeit.

Wir sind überzeugt, dass langfristig nur jene erfolgreich sein werden, die online sichtbar sind und sich klar positionieren und spezialisieren. Gleichzeitig wird der persönliche Service, die individuelle Beratung und die emotionale Erfahrung im Showroom eine entscheidende Rolle behalten - das kann kein Onlineshop ersetzen.

Für die Zukunft wünschen wir uns vor allem mehr Kontinuität und Stabilität im Markt, auch wenn das wohl ein Stück weit ein Wunsch bleiben wird. Dennoch blicken wir optimistisch auf 2026 - mit neuen Projekten, spannenden Kooperationen und der festen Überzeugung, dass Qualität, Service und Authentizität auch künftig den Unterschied machen werden."


"Wir möchten unsere Mitarbeiter noch intensiver schulen"
Sören Ahrens, Ahrens Raumausstattung
"2025 war ein sehr anspruchsvolles Jahr. Wir hatten durchgehend volle Auftragsbücher. Speziell die kompletten Raumberatungen mit Tapeten, Stoffen und Bodenbelägen haben stark zugenommen, auch der Sonnen- und Insektenschutz und Stoffe mit Funktion. Bei den Bodenbelägen bemerken wir einen leichten Trend zu mehr Teppichboden. Statt LVT kommt immer mehr echtes Parkett. Bei den Malerarbeiten machen wir viel Glattvlies mit hochwertigen Farben sowie exklusive Fototapeten. Die Kunden verlangen insgesamt eine hochwertige Dienstleistung.

2026 werden wir nach aktueller Lage gut bis sehr gut starten. Unser Ziel ist es, mehr Gestaltung anzubieten, statt Aufträge nur abzuarbeiten, und das Thema Akustik zu intensivieren. Dazu möchten wir unsere Mitarbeiter noch intensiver schulen. Produktschulungen mit unseren Kernlieferanten sind angeschoben. Außerdem planen wir einen Workshop zur Schaufenstergestaltung. Gleichzeitig möchten wir die Schnittstellen auf den Baustellen besser koordinieren, sodass Probleme nicht auf die Kollegen geschoben werden können, sondern der Teamgedanke im Vordergrund steht."


"Hohe Investitionen in Ladenumbau und Digitalisierung"
Frank Hinze, Raumtrend Hinze
"Wir sind grundsätzlich zufrieden mit dem Jahr 2025. Im handwerklichen Bereich sind wir nach wie vor ausgelastet, sodass wir feststellen, dass unsere Dienstleistung nach wie vor gefragt ist. Die Kundenfrequenz im stationären Fachhandel ist schwankend von sehr gut bis schwach. Insgesamt sind wir auch hiermit zufrieden. Der Onlinehandel gestaltet sich nach wie vor schwierig, die Nachfrage ist eher zurückhaltend.

In diesem Jahr haben wir unseren Ladenumbau abgeschlossen und das Sortiment um eine größere Türen-Ausstellung, Sonnenschutz, Teppiche und Wandbeläge angepasst. Unsere neue Webseite wird Ende dieses Jahres live gehen. Die hohen Investitionen in Ladenumbau und Digitalisierung machen uns zuversichtlich, die Kundenfrequenz und Umsätze künftig zu erhöhen. Insofern sehen wir positiv in die Zukunft, da wir selbst die Voraussetzungen hierfür geschaffen haben. Auf große Impulse aus Politik und Wirtschaft hoffen wir nicht. Vielmehr setzen wir auf unsere eigene Leistung und die deutlichen Verbesserungen, die wir insbesondere digital umsetzen konnten und auch in Zukunft umsetzen werden."


"Wir hoffen, dass schönes
Wohnen stärker in den Fokus rückt"
Romina und Olivia Haller, Haller Raumgestaltung
"Wir sind sehr zufrieden mit dem Jahr 2025. Trotz des Einbruchs der gesamten Branche konnten wir uns ganz klar in der Region positionieren und waren mit unserer handwerklichen Leistung, Qualität und Zuverlässigkeit für unsere Kunden da. Auch in diesem Jahr haben wir Prozesse, Abläufe und vor allem die fachliche Kompetenzen des Teams optimiert, damit wir auch in Zukunft die Besten in Oberschwaben sind. Wir hoffen natürlich sehr, dass sich unsere Branche wieder erholt und schönes Wohnen wieder stärker in den Fokus rückt. Wir freuen uns aber ganz besonders auf die regionale Frühjahrsmesse im März, um mit unseren Kunden und auch Neukunden in den persönlichen Austausch zu kommen, und auf den Umbau, den wir hier in Sattelbach für nächstes Jahr geplant haben."


"Die Situation spitzt sich überall zu"
Lara Droll, Malergeschäft Rinderspacher
"Insgesamt können wir bisher auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage haben wir volle Auftragsbücher und unsere Umsatzziele übertroffen. Wir schauen trotzdem besorgt in die Zukunft, geben aber die Hoffnung nicht auf, dass wir weiterhin gut durch die Krise kommen. Kürzlich hat in unserer Stadt ein Unternehmen mit fast 1.000 Stellen geschlossen. Das ist für eine kleine Gemeinde natürlich ein Schock. Man merkt, dass sich die Situation überall zuspitzt. Wir dürfen die Augen nicht verschließen und versuchen, uns so gut es geht darauf einzustellen.

Schon seit Jahren sind uns größere Industrieprojekte weggebrochen. Im Moment liegt auch der Wohnungsbau auf Eis. Diese Engpässe konnten wir sehr gut ausgleichen, weil bei uns immer noch viel saniert und renoviert wird. Unser Umsatz und die Auslastung kommen in diesem Jahr fast ausschließlich über kleinere Privatkundenprojekte. Durch Kreativität, Qualität und Zuverlässigkeit haben wir uns in diesem Bereich einen großen, treuen Kundenstamm aufgebaut. Das ist zwar toll, aber kleinere Privatkundenprojekte sind in der Vorbereitung und Beratung genauso aufwendig wie ein Großprojekt. Das bringt uns als Projektleiter an die Grenze des Machbaren. Es ist unheimlich anstrengend und braucht sehr gute Strukturen im Betrieb, um dieses Rad auf Dauer so drehen zu können. Es ist unglaublich, was die Mitarbeiter im Handwerk leisten, und es ist meines Erachtens Zeit, dass diese Anstrengung auch in der Gesellschaft die notwendige Wertschätzung erfährt."


"Optimistisch sein und am Ball bleiben"
Sebastian Winkler, GHS Schranz Raum- und Objektausstattung
"Grundsätzlich bin ich mit diesem Jahr zufrieden. Es war wirklich gut, wir waren durchgängig ausgelastet und haben ein paar schöne Projekte umgesetzt. Ich merke, dass es zum Jahresende hin etwas schwächer wird. Schauen wir, was im Jahresendspurt vielleicht noch passiert.

Man merkt, dass Kunden verhaltener, vorsichtiger und kleinteiliger agieren, weil einfach auch weniger Geld für Investitionen zur Verfügung steht. Ich vermute, nächstes Jahr wird man das noch stärker spüren, gerade bei Großprojekten. Obwohl wir schon viele Budgetplanungen abgegeben haben, kann es gut sein, dass Vorhaben im Zweifel einfach um ein Jahr geschoben werden. Man muss optimistisch sein, die aktuellen Herausforderungen annehmen und am Ball bleiben. Das erfordert zwar mehr Energie und Anstrengungen, aber wenn man investiert, geht auch was voran.



"Wir haben unser Fachpersonal aufgestockt"
Bernd Albrecht, Albrecht Raum + Design
"Wir hatten 2025 unser bisher stärkstes Umsatzjahr. Entgegen des Branchentrends konnten wir sowohl den Handels- und Dienstleistungsumsatz der Raumausstattung steigern, als auch den Umsatz unseres zweiten Unternehmens Die Einrichter, das ich zusammen mit meiner Kollegin Kerstin Bründl betreibe. Hier planen wir gesamtheitliche Konzepte für Wohnen, Büros und Hotels und führen alle Arbeiten aus - vom Abbruch bis zum letzten Zierkissen, also von Böden und Tapeten über Möbel und Leuchten bis hin zu Textilien.

Wir sehen sehr positiv ins nächste Jahr, haben auch schon größere Projekte in der Pipeline und deshalb unser Fachpersonal aufgestockt. Große interne Projekte werden weiterhin die Digitalisierung sein sowie die Prozessoptimierung der betrieblichen Abläufe."



"Die Kunden sind anspruchsvoller und ungeduldiger"
Katja Schulze, Katja Schulze Raumausstattung
"2025 ist das Beste Jahr in der Unternehmensgeschichte - die zugegeben mit 15 Jahren nicht allzu lang ist. Die Nachfrage nach klassischer Raumausstattung ist zwar zurückgegangen, aber unsere Transformation vom Handwerker zum Einrichter schlägt sich deutlich positiv auf unsere Gewinne nieder. Wir verkaufen Lampen, Polstermöbel und Schränke auf Maß, nach vorheriger, kostenpflichtiger Visualisierung. Der Kunde will Ganzheitlichkeit, alles aus einer Hand und maximal unkompliziert. Das ist unser großer Vorteil: Wir sind Handwerker und können nahezu alles anbieten. Ein neues Sofa, dazu die alten Stühle mit demselben Stoff beziehen und zwei Seitenschals obligatorisch dazu? Kein Problem! Und am Ende steht ein viel höherer Umsatz zu Buche.

Wir nehmen wahr, dass die Zuverlässigkeit in der gesamten Brache schlecht ist, zum Beispiel bei den Lieferzeiten. Andererseits sind die Kunden anspruchsvoller und ungeduldiger geworden. Als Chef befinde ich mich zwischen den Stühlen - eine Zerreißprobe für mich. Diese Entwicklung bereitet mir für 2026 große Sorgen."
Wie lief 2025, was kommt 2026?
Foto/Grafik: Ahrens Raumausstattung
"Wir möchten unsere Mitarbeiter noch intensiver schulen"

Sören Ahrens, Ahrens Raumausstattung
Wie lief 2025, was kommt 2026?
Foto/Grafik: Raumtrend Hinze
"Hohe Investitionen in Ladenumbau und Digitalisierung"

Frank Hinze, Raumtrend Hinze
Wie lief 2025, was kommt 2026?
Foto/Grafik: Haller Raumgestaltung
"Wir hoffen, dass schönes Wohnen stärker in den Fokus rückt"

Romina und Olivia Haller, Haller Raumgestaltung
Wie lief 2025, was kommt 2026?
Foto/Grafik: Malergeschäft Rinderspacher
"Die Situation spitzt sich überall zu"

Lara Droll, Malergeschäft Rinderspacher
aus BTH Heimtex 12/25 (Handwerk)