Heiko Reinfurth aus Kleinostheim

Beide Söhne setzen Familientradition fort

Ausbildung hat für Parkettlegermeister Heiko Reinfurth aus Kleinostheim einen hohen Stellenwert: Mehr als zehn Jahre lang war er als Lehrlingswart der ehemaligen Innung Unterfranken aktiv und bildet seit 2003 selbst regelmäßig aus. Seine zwei Söhne Louis und Tom sind beruflich in seine Fußstapfen getreten und mittlerweile in den Familienbetrieb eingestiegen, den der 57-Jährige gemeinsam mit seiner Ehefrau Petra leitet.

Um einen Nachfolger für seinen gleichnamigen Verlegebetrieb muss sich Heiko Reinfurth aus dem unterfränkischen Kleinostheim keine Sorgen machen: Seine beiden Söhne Louis und Tom sind ebenfalls Parkettleger geworden und arbeiten bereits im elterlichen Betrieb mit. Louis Reinfurth schloss seine Ausbildung bei Fußboden Bauer in Motten-Kothen sogar als Landesbester Bayerns ab und trat beim Bundesleistungswettbewerb der Parkettleger 2022 in Ehingen an - er errang dort den 3. Platz. Der 24-Jährige hat mittlerweile seinen Meister gemacht, sein zwei Jahre jüngerer Bruder Tom trägt seit dem 17. Mai 2025 ebenfalls den Meistertitel. "Auch Tom hat bei unserem Obermeister Timo Aulbach eine sehr gute Ausbildung erhalten", lobt Heiko Reinfurth. Also alles beste Voraussetzungen, um den 2002 gegründeten Betrieb in der Zukunft in talentierte Hände weiterzugeben.

Der 57-jährige Geschäftsführer stammt selbst aus einer Handwerkerfamilie: Sein Vater kam als talentierter Quereinsteiger in die Bodenbranche - er war gelernter Schneider - und machte sich 1978 mit einem eigenen Verlegebetrieb in Kleinostheim, das rund 40 km südöstlich von Frankfurt am Main liegt, selbstständig. Nach seiner Lehre zum Raumausstatter stieg Heiko Reinfurth Mitte der 1980er-Jahre ins väterliche Unternehmen ein. 1995 machte er noch seinen Parkettlegermeister. Zu zweit verlegten Vater und Sohn Bodenbeläge aller Art, erst im Jahr 2000 kam der erste Angestellte hinzu. Eine geordnete Betriebsübergabe an den Sohn platzte 2002, da Gründer Adolf Reinfurth überraschend an einem Herzinfarkt starb. "Es war damals Stress pur. Wir mussten schnell reagieren. Wir beschlossen, die bestehende Firma nicht zu übernehmen, sondern entschieden uns für eine Neugründung. Wir haben einen klaren Cut gemacht", erinnert sich die heute 54-jährige Petra Reinfurth, die selbst gelernte Bürokauffrau und kaufmännische Fachwirtin ist.

Die erste Mitarbeiterin
ist noch im Team

Derzeit beschäftigen die Reinfurths sieben Mitarbeiter. Ihre erste Angestellte, Parkettlegerin Martina Bathon, ist bis heute dem Familienbetrieb aus dem Nordwesten Bayerns treu geblieben. Die Handwerker sind fast alle gelernte Parkettleger, einer hat eine Ausbildung zum Schreiner absolviert. "Gerade bei Privatkunden ist ein vernünftiges Auftreten wichtig - darauf lege ich bei meinem Team großen Wert. Es gilt, sehr sauber zu arbeiten und im stetigen Dialog mit dem Kunden zu bleiben", so beschreibt Heiko Reinfurth seine Philosophie. Zudem setzt er auf Parkett aus Süddeutschland und Österreich, etwa von Reinlein, Jaso, Adler oder Decker. Seine Verlegewerkstoffe bezieht der 57-Jährige zu 90 % von Uzin.

Auf den Baustellen ist der Geschäftsführer selbst nicht mehr handwerklich tätig: Er koordiniert die Projekte, seine Frau Petra übernimmt die Büroarbeit. "Wir decken die komplette Palette bei Parkett- und Bodenbelagsarbeiten ab. Wir sind sehr viel bei Privatkunden und stark im Renovierungsgeschäft tätig", berichtet Heiko Reinfurth. Der Einsatzradius beträgt rund 60 km, die meisten Baustellen befinden sich im Rhein-Main-Gebiet. Derzeit verlegt das Team rund 3.000 m2 Linoleum von Gerflor DLW im Justizgebäude Aschaffenburg. "Solche Großprojekte sind für uns aber eine Ausnahme. Aufträge bis 800 m2 Fläche kommen immer mal wieder vor, aber der Standard sind für uns rund 150 m2 - bis runter zu 20 m2 Parkett schleifen im Wohnzimmer", sagt Geschäftsführerin Petra Reinfurth. "Wir haben noch nie einen Auftrag abgelehnt, weil er uns zu klein ist", fügt ihr Mann an. Auch der Frankfurter Messeturm, ein Kindergarten in Kahl am Main und das Seniorenzentrum Kleinostheim zählen zu den gewerblichen Baustellen des Unternehmens.

Seit 2003 insgesamt
elf Azubis ausgebildet

Heiko Reinfurth bringt sich seit 2013 aktiv ins Innungsleben ein. Mehr als zehn Jahre lang war er Lehrlingswart der ehemaligen Innung Unterfranken. Nach der Fusion zum 1. Januar 2024 zur Innung Franken, Niederbayern und Oberpfalz engagiert sich der Parkettlegermeister dort als Beisitzer im Vorstand und stellvertretender Lehrlingswart. "Ich arbeite sehr gerne mit jungen Menschen zusammen. Die Ausbildungsarbeit ist wichtig, gerade weil es so schwierig geworden ist, Nachwuchskräfte zu gewinnen", sagt der Parkettlegermeister über sein Ehrenamt. Er selbst hat seit 2003 insgesamt elf Parkettleger ausgebildet - darunter einen bayerischen Landessieger: Christopher Peters (2014). Zur Azubi-Gewinnung nutzen die Reinfurths unter anderem den Stellenfinder der Ausbildungsinitiative "Das ist Bodenhandwerk" und präsentieren sich auf der Jobmeile Aschaffenburg.

Für die Zukunft sehen Heiko und Petra Reinfurth ihr Unternehmen gut aufgestellt - die nächste Generation steht mit den beiden Söhnen schon bereit. "Wir freuen uns sehr, dass beide Parkettleger geworden sind. Louis und Tom harmonieren gut, sodass sie das Unternehmen zusammen weiterführen können," sagt Heiko Reinfurth zufrieden. Eine Übergabe sei innerhalb der kommenden zehn Jahre denkbar. Nächstes großes Projekt ist jedenfalls erst einmal die Planung eines Neubaus in Kleinostheim, in dem Büro und Ausstellung des Betriebs beheimatet sein sollen. Derzeit ist beides noch in einem 100 m2 großen Anbau am Privathaus der Reinfurths untergebracht. Der rund 300 m2 große Neubau in moderner Holzständerbauweise soll 2026 fertiggestellt werden.

Heiko Reinfurth im Überblick
Heiko Reinfurth GmbH
Hörsteiner Str. 28 63801 Kleinostheim
Tel.: 0 60 27 / 86 44
info@reinfurth-parkett.de www.reinfurth-parkett.de

Geschäftsführung: Heiko & Petra Reinfurth
Gründung: 2002
Mitarbeiter: 7
Fuhrpark: 5 Fahrzeuge
Kundenstruktur: 80 % privat, 20 % gewerblich
Beide Söhne setzen Familientradition fort
Foto/Grafik: Handwerkskammer Ulm
Die nächste Generation steht schon bereit (von links): Die beiden Parkettlegermeister Tom und Louis Reinfurth mit ihren Eltern Petra und Heiko Reinfurth.
Beide Söhne setzen Familientradition fort
Foto/Grafik: Reinfurth
In diesem alten Fachwerkhaus in Seligenstadt verlegte das Team auf 80m2 Reinlein-Massivdielen. Die Bauchemie stammte von Uzin.
Beide Söhne setzen Familientradition fort
Foto/Grafik: Reinfurth
In einem Privathaus in Kleinostheim kam ein Jordan-Designbelag auf 80m2 Fläche zum Einsatz. Uzin lieferte die Verlegewerkstoffe.
Beide Söhne setzen Familientradition fort
Foto/Grafik: Reinfurth
Dieser Reinfurth-Kunde aus Alzenau entschied sich für rund 100 m2 Jaso-Parkett im Fischgrätmuster, verlegt mit Uzin-Produkten.
aus FussbodenTechnik 04/25 (Handwerk)